Ausstellung

   
  Michael Hedwig:
Körper.
Radierungen und Lithographien
 
Termin
7. März - Juni 2005

Ort
Renner-Institut,
Eingang Gartenhotel
Altmannsdorf
Hoffingergasse 26-28
1120 Wen

Information
Christine Eichinger
Renner-Institut
T 01-804 65 01-36
eichinger@renner-institut.at



 
In Kooperation mit den Freunden der Druckgraphik


MICHAEL HEDWIG, Transit, Lithographie


Zur Ausstellung

Michael Hedwig ist ein international renommierter Tiroler Künstler, dessen künstlerische Wurzeln in Tirol liegen, die er in seiner Kunst nicht einen Moment lang verleugnet, und von denen aus er zu zeitgemäßen und zeitgenössischen Bildern gelangt.
Ein stark prägender früher künstlerischer Eindruck war für Michael Hedwig die Begegnung mit Max Weilers Fresken am Innsbrucker Hauptbahnhof. Von Weiler übernahm Hedwig die Liebe zur Farbe, das starke und ausdrucksstarke Kolorit. Die reihenartigen Strukturen in Hedwigs "Etagenbildern" und die auf ein Zentrum hin orientierten Kompositionen in seinen "Zelt-Körpern" lassen sich bis zu Hedwigs engerem Landsmann Egger Lienz zurückverfolgen. Das Miteinander, das Gemeinsame, das Geistige und die Religiosität der gotischen Malerei und Skulptur in Tirol verbinden sich in Hedwigs Spiritualität mit modernen Denkansätzen und der auf Ideen und Geistiges bezogenen Kunst des 20. Jahrhunderts: die Menschen treten in Hedwigs Bildern als isolierte, auf existentialistische Gedanken zurückgeworfene einzelne, oder als sozial geborgene, abgesicherte und integrierte Mitglieder von Gruppen auf.
Für Michael Hedwig bedeutet Heimat Identitätsfindung, den Ort der Herkunft und den Ausgangspunkt des Weggehens: den Ort der Inspiration, den der Künstler verlassen muss, um durch neue Erfahrungen zu neuen Inhalten und Formen künstlerischen Ausdrucks zu gelangen, um das Bild des Menschen auch im 21. Jahrhundert weiterzumalen.
Philipp Maurer

Michael Hedwig wurde im Jahr 2000 mit dem Theodor Körner Preis für sein Projekt "Über Körper" ausgezeichnet. Der "Theodor Körner Fonds", 1953 von den Arbeiterkammern zur Förderung junger WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen eingerichtet, prämiert nicht das fertige Werk, sondern fördert die Realisierung von Projekten.
Konsequent setzt sich der Künstler in den Radierungen des Zyklus "Über-Körper" mit dem Thema Körper und Bewegung auseinander. Er friert die Konstellationen der Körper in Gruppen, paarweise, vereinzelt ein und gewinnt daraus allgemeine Bewegungsmuster. Über das Einzelschicksal hinaus verdichten sich die Radierungen zu einer existentiellen Choreographie des Lebens, die den Menschen in seinen gesellschaftlichen Zusammenhängen und Abhängigkeiten zeigt.
Für die Arbeiterkammern als politische Interessenvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die Werke des Künstlers von großer Bedeutung, machen sie doch einmal mehr bewusst, wie sehr "der Körper" im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens steht: Eines Lebens, das untrennbar mit Arbeit und Arbeitsumwelt verbunden ist.
Herbert Tumpel
Präsident der Bundesarbeitskammer


Zum Künstler

MICHAEL HEDWIG

1957 geboren in Lienz, Osttirol
Studium bei Anton Lehmden an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1979
und 1980
Meisterschulpreis
1980 Diplom
1983 Arbeitsstipendium der Gemeinde Wien
1986 Hauptpreis beim Österreichischen Graphikwettbewerb in Innsbruck
1985 - 1995 Lehrauftrag an der Akademie der bildenden Künste, Wien
seit 1995 Universitätsassistent an der Akademie der bildenden Künste, Wien
seit 2005 Assistenzprofessor

lebt und arbeitet seit 1974 in Wien

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Wien, Lienz, Dölsach, St.Johann in Tirol, Graz, Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt, Bozen/Bolzano, Bonn, Trier, Mainz, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Würzburg, Szombathely, Budapest, Bratislava, Prag, Amsterdam, Florenz, Paris, Istanbul, Lefkosia, Jerusalem, Ottawa, Montreal, Washington, Haverford, Albany, New York, Los Angeles, St.Louis u.a.